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Frauenklinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Matthias W. Beckmann
Frauenklinik

Endometriose – eine Erkrankung mit vielen Gesichtern

Plakataktion macht auf die weitverbreitete, aber dennoch bei vielen Menschen unbekannte Erkrankung aufmerksam

Obwohl sie zu den häufigsten gutartigen Unterleibserkrankungen bei Frauen im gebärfähigen Alter gehört, ist Endometriose eher unbekannt. Die Folge: Betroffene nehmen ihre Beschwerden oft viele Jahre stillschweigend in dem Glauben hin, dass ihre teils starken Schmerzen normale Begleiterscheinungen der Menstruation sind. Spätestens dann, wenn ein Kinderwunsch unerfüllt bleibt, sollte Endometriose als Ursache in Betracht gezogen werden. Um die Erkrankung stärker ins Bewusstsein zu rücken, hat die Selbsthilfegruppe Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V. jetzt eine groß angelegte Plakat- und Postkartenaktion mit dem Titel „Diagnose Endometriose“ initiiert, die das Universitäts-Endometriosezentrum Franken (Sprecher: Prof. Dr. Matthias W. Beckmann) an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen unterstützt.
PD Dr. Stefanie Burghaus präsentiert eines von mehreren Plakaten, die in den Räumlichkeiten der Frauenklinik aktuell auf Endometriose aufmerksam machen. Foto: Luise Laufer/Uni-Klinikum Erlangen

Blähbauch, starke Schmerzen – auch außerhalb der Unterleibsregion –, unerfüllter Kinderwunsch: „Endometriose hat viele Gesichter und jede Frau erlebt die Erkrankung anders“, erklärt PD Dr. Stefanie Burghaus, Koordinatorin des Erlanger Endometriosezentrums. „Während mache Betroffene keine Beschwerden und auch keinen Behandlungsbedarf haben, leiden andere ihr gesamtes Leben lang – zum Teil ohne zu wissen, dass sie Endometriose haben.“ Denn aufgrund der sehr unspezifischen Symptome wird Endometriose oft erst spät diagnostiziert. Doch was genau passiert da im Körper? Zellen, die denen der Gebärmutterschleimhaut ähneln, siedeln sich außerhalb der Gebärmutter an. Diese Zysten und Endometrioseherde können sich entzünden, dadurch starke Schmerzen im ganzen Körper auslösen und zu Vernarbungen und Verwachsungen führen. Warum die Herde entstehen, ist bislang nicht vollständig erforscht. „Endometriose kann zudem den Hormonhaushalt und das Immunsystem beeinflussen und ist deshalb eine systemische Erkrankung, die einen interdisziplinären Therapieansatz in einem spezialisierten Zentrum erfordert“, so Dr. Burghaus.

Höchste Behandlungsqualität für Patientinnen

Das Endometriosezentrum an der Frauenklinik des Uni-Klinikums Erlangen ist seit 2008 durch die Stiftung Endometriose-Forschung und seit 2018 durch die EuroEndoCert GmbH, die Europäische Endometriose-Liga sowie die Endometriose Vereinigung Deutschland e. V. als klinisch-wissenschaftliches Endometriosezentrum zertifiziert. „Das oberste Ziel einer Therapie ist, dass die Patientinnen so lange wie möglich beschwerdefrei leben können und sich dadurch ihre Lebensqualität wieder verbessert“, betont Stefanie Burghaus. „Weil dafür eine rein gynäkologische Behandlung in den meisten Fällen nicht genügt, arbeiten wir eng mit Chirurgen, Pathologen, Radiologen, Reproduktionsmedizinern und Urologen zusammen.“ In die Behandlung fließen außerdem Elemente der Schmerz-, Physio- und Psychotherapie und komplementäre Ansätze ein.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Matthias W. Beckmann
Telefon: 09131 85-33451
fk-direktionatuk-erlangen.de

Unter dem Hashtag #diagnoseendometriose wird die häufig auftretende Erkrankung auch in den sozialen Medien thematisiert.
 

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