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Frauenklinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Matthias W. Beckmann
Frauenklinik, Perinatalzentrum

COVID-19-Schutzimpfung für schwangere und stillende Frauen

Wissenschaftliche Fachgesellschaften plädieren für Impfpriorisierung

In deutschen Kliniken häufen sich die Fälle von schwangeren Frauen mit schwerem COVID-19-Verlauf. Diese Beobachtung bestätigt jetzt eine Analyse der aktuellen wissenschaftlichen Datenlage durch elf medizinische Fachverbände. Demnach müssen schwangere Frauen häufiger intensivmedizinisch betreut werden als nicht-schwangere. Die Experten sprechen sich deshalb für eine priorisierte COVID-19-Schutzimpfung mit einem mRNA-basiertem Impfstoff für schwangere und stillende Frauen aus.

Die Datenanalyse ergab, dass eine COVID-19 in der Schwangerschaft eine ernstzunehmende Gefahr für Mutter und Kind darstellen kann. Verglichen mit Nicht-Schwangeren macht ein Krankheitsausbruch bei Schwangeren sechsmal häufiger eine intensivmedizinische Versorgung nötig, außerdem müssen sie 23-mal häufiger beatmet werden. Davor bietet eine Impfung mit einem mRNA-basierten Vakzin den Experten zufolge den besten Schutz.

Systematische Auswertungen belegen Sicherheit mRNA-basierter Impfstoffe

Forscher in den USA haben mehr als 4.700 geimpfte schwangere Frauen über einen längeren Zeitraum beobachtet. Dabei gab es keinen Hinweis darauf, dass es durch die COVID-19-Impfung vermehrt zu Komplikationen kam wie etwa Frühgeburt, Fehlbildungen oder Wachstumseinschränkungen beim Säugling. Bei ungeimpften Schwangeren, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, liegt dagegen das Frühgeburtenrisiko um 80 Prozent höher als bei gesunden Schwangeren.

Mütterliche Antikörper schützen den Säugling

Inzwischen konnten Forscher auch nachweisen, dass die durch die Impfung gebildeten Antikörper über die Muttermilch an den Säugling transportiert werden. Demnach können gestillte Neugeborene durch eine Nestimmunität geschützt sein. Eine Impfung mit einem mRNA-basierten Vakzin gilt für stillende Mütter als sicher. Wichtig zu wissen ist außerdem, dass für eine Impfung keine Stillpause erforderlich ist.

Die Empfehlung der medizinischen Fachverbände kann hier abgerufen werden: https://www.dggg.de/leitlinien-stellungnahmen/stellungnahmen/empfehlung-der-covid-19-impfung-fuer-schwangere-und-stillende-frauen-1347/

Empfehlende Fachgesellschaften

Folgende medizinische Fachverbände haben die Empfehlung gemeinsam erarbeitet: der Berufsverband der Frauenärzte e. V. (BVF), die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG), die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin e. V. (DGPM), die Deutsche Gesellschaft für Pränatal- und Geburtsmedizin e. V. (DGPGM) und die AG Geburtshilfe und Pränatalmedizin in der DGGG e. V. (AGG).

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Sven Kehl
Telefon: 09131 85-33552
E-Mail: fk-direktionatuk-erlangen.de

 

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