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Frauenklinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Matthias W. Beckmann
Frauenklinik

Prof. Dr. Ernst Beinder verstorben

Der frühere Oberarzt der Frauenklinik, Prof. Dr. med. Ernst Beinder, ist am 7. Januar 2016 in Erlangen verstorben. Beinder war bis zu seinem krankheitsbedingten Ausscheiden 2011 Direktor der Klinik für Geburtsmedizin der Charité-Universitätsmedizin Berlin, zuvor knapp zehn Jahre lang leitender Arzt der Klinik für Geburtshilfe am Universitätsspital Zürich. Die Tätigkeit an der Erlanger Frauenklinik stand am Anfang seiner Laufbahn als Frauenarzt, seine Karriere als Wissenschaftler begann schon vorher mit einem Forschungsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in der Schweiz.

Ernst Beinder wurde am 5. April 1959 in Oberstaufen (Allgäu) geboren. Nach Abitur, Grundwehrdienst und einem Semester Biologie in Regensburg begann er 1980 in Erlangen ein Medizinstudium, das er 1986 mit Staatsexamen, Approbation und Promotion abschloss. Im Rahmen der beruflichen Weiterbildung war er anschließend zunächst als Assistent in der Onkologie der Schloßbergklinik in Oberstaufen tätig. 1988 führte ihn das erwähnte DFG-Stipendium (Thema: Zur Veränderung der Mikrozirkulation in der Schwangerschaft) an die renommierten Züricher Universitäts-Kliniken von Walter Siegenthaler (Innere Medizin) sowie Albert und Renate Huch (Geburtshilfe). Mit dem Ehepaar Huch verband ihn weit über den Forschungsaufenthalt hinaus eine wissenschaftliche und auch freundschaftliche  Beziehung.

Ab 1989 war Beinder zunächst als wissenschaftlicher Assistent, ab 1995 als Oberarzt im Bereich Pränatale Medizin und Geburtshilfe  in der Universitätsfrauenklinik Erlangen (Direktor Prof. Dr. N. Lang) tätig. Dort habilitierte er, erhielt im Januar 1999 die venia legendi und wurde  2002 nunmehr unter dem Direktorat von Matthias W. Beckmann zum Professor für Pränataldiagnostik und Perinatalmedizin ernannt. Wenig später ergab sich die Gelegenheit, wieder an die Universität Zürich zu wechseln. 2010 erhielt Beinder schließlich den Ruf an die Charité Berlin, der ihm die stets erstrebte Möglichkeit zu absolut eigenständiger Tätigkeit eröffnen sollte. 2011 machte jedoch völlig überraschend eine Erkrankung mit schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen allen beruflichen und privaten Plänen ein Ende.

Sicherlich aus den ersten Erfahrungen bei Huch und Siegenthaler heraus suchte Beinder bei seiner wissenschaftlichen Arbeit vor allem den interdisziplinären Ansatz. Die „großen Themen“ für ihn waren Untersuchungen zu den Grundlagen der hypertensiven Erkrankungen in der Schwangerschaft, zum „Fetal Programming“ und zur fetalen Magnetokardiographie (Long-QT-Syndrom). Ungeachtet dessen bereicherte er die Perinatologie aber auch sehr praxisbezogen mit Arbeiten, so etwa zur schnellen fetalen Karyotypisierung in der Pränataldiagnostik. Beinder gehörte dem exklusiven Kreis der Frauenärzte mit der höchsten Qualifikation für den Ultraschall an (DEGUM III).

Mit Ernst Beinder hat die Frauenheilkunde einen einfühlsamen und kompetenten Geburtshelfer sowie einen engagierten Wissenschaftler und Hochschullehrer verloren. Vielen seiner beruflichen Weggefährtinnen und Weggefährten ist er ein hoch geschätzter Kollege und Mentor gewesen.

 

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