Labor für Molekulare Medizin

Frauenklinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Matthias W. Beckmann

Im Labor für Molekulare Medizin kurz: LMM (Leitung: Prof. Dr. rer. nat. Reiner Strick) werden verschiedene Forschungsansätze der Gynäkologie und Geburtshilfe, wie Karzinome der Brust, Ovar und Gebärmutter, sowie gutartige Erkrankungen wie Endometriose und entwicklungsbedingte Erkrankungen während der Schwangerschaft im Rahmen von nationalen und internationalen Kooperationen bearbeitet. Zudem gibt es verschiedene von der DFG, SFB (TRR225) und dem National Institute of Health, USA, geförderte Forschungsprojekte, welche an RNA- / Protein-biochemischen und Zell-biophysikalischen Themen zusammen mit verschiedenen Instituten der Universitäten Erlangen-Nürnberg, Würzburg, Bayreuth und der George-Washington University, USA, arbeiten. Vor allem die Isolation von primären Tumorzellen und Tumoroiden / Organoiden und deren Kultivierung in Hydrogelen, sowie tumorinduzierte endogene Retroviren und deren Einfluss auf die Tumorimmunologie werden untersucht. Mehrere Forschungsarbeiten sind auch Themen für Masterarbeiten und Dissertationen.

Das Herzstück der Krebsforschung im LMM ist die Biobank (Leitung: Dr.rer.nat. Matthias Rübner und Dr.rer.nat Hanna Hübner). In dieser werden Biomaterialien (Blut-, Gewebe-, Urin- und Stuhlproben) aus klinikinternen aber auch bundesweiten Studien eingesammelt, aufbereitet und eingelagert. Inzwischen konnten Proben von knapp 60.000 Probanden im Rahmen von 40 Studien, meist Brustkrebsstudien, aber auch Ovar-, Endometrium- und Zervixkarzinom, Endometriose, sowie Schwangerenstudien eingelagert werden. Analysen an diesen Biomaterialien erfolgen unter anderem im Rahmen von weltweiten Konsortien (BCAC: Breast Cancer Association Consortium; OCAC: Ovarian Cancer Association Consortium; ECAC: Endometrial Cancer Association Consortium) und haben z. B. dazu beigetragen neue Risikogene für diese Krebserkrankungen zu identifizieren. Zudem sind wir beispielsweise zentrale Biobank für die PRAEGNANT Studie, die ein akademisches translationales Forschungsnetzwerk für die Optimierung der onkologischen Versorgungsqualität beim metastasierten Brustkrebs darstellt. Ziel ist es hierbei molekulare Tests unter Studienbedingungen durchzuführen und für die Patienten bzw. die behandelnden Ärzte zugänglich zu machen. Auf Grundlage der molekularen Testergebnisse, aber auch der konventionellen klinischen Einschlusskriterien, sollen Patienten für neue klinische Studien identifiziert werden. Zudem soll die Lebensqualität der Patienten sowie die durch die Behandlung induzierten Nebenwirkungen in der klinischen Routine untersucht werden.