Sozialministerin Stewens beglückwünscht Prof. Beckmann zur Zertifizierung des Universitäts-Brustzentrums Franken.
Foto: Universitätsklinikum Erlangen (Abdruck honorarfrei - Belegexemplar erbeten)
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29.07.2004
Sozialministerin lobt das "Universitäts-Brustzentrum Franken"
Frauen mit gut- oder bösartigen Brusterkrankungen, die professionelle medizinische und soziale Hilfe suchen, müssen sich auf die Qualität ihrer Behandlung verlassen können. Mit dieser Feststellung hat die bayerische Sozialministerin Christa Stewens die Notwendigkeit unabhängiger Begutachtung für entsprechende Behandlungseinrichtungen unterstrichen.
Anforderungen "vorbildlich erfüllt"
Gleichzeitig sprach die Sozialministerin dem Brustzentrum am Erlanger Universitäts-Klinikum, das als erste klinische Einrichtung ihrer Art an einer bayerischen Hochschule zertifiziert worden ist, ihre höchste Anerkennung aus: Alle Qualitätskriterien, die von der Deutschen Krebs-gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Senologie sowie dem Management Service des TÜV festgelegt wurden, seien "vorbildlich erfüllt". Dem Direktor der Frauenklinik und Sprecher des Brustzentrums, Prof. Matthias W. Beckmann, dankte sie dafür, dass er das Projekt in den vergangenen Jahren "entscheidend vorangetrieben" habe.
Ein zertifiziertes Brustzentrum muss nach den Worten von Frau Stewens vor allem folgende Qualitätsmerkmale aufweisen: intensive Zusammenarbeit zwischen Ärzten aller wesentlichen Fachrichtungen, regelmäßige Fortbildungen des Personals sowie einen zeitlich optimalen Ablauf bei der Diagnose und Therapie. Voraussetzung sei außerdem ausreichende Erfahrung in der Behandlung von Brustkrebs. Gefordert würden mindestens 100 Erstbehandlungen pro Jahr und 50 Brustkrebseingriffe pro Operateur. "Diese Zahlen waren für Erlangen kein Problem", sagte die Ministerin. Hier seien im vergangenen Jahr bei 397 Frauen entsprechende Eingriffe nach der Erstdiagnose durchgeführt worden. Insgesamt betreute das Brustzentrum 1.845 Patientinnen, bei denen die bösartige Erkrankung zum größten Teil schon länger be-kannt ist.
Transparenz des Angebotes wird erhöht
Die Zertifizierung besitzt Gültigkeit für ein Jahr. Dann muss sich das Brustzentrum erneut ei-ner Begutachtung stellen. Diese Kontrollen böten den Patientinnen die Gewähr, dass "die Behandlungskette von der Diagnose über die Therapie bis hin zu Nachsorge" ständig verbes-sert werde, erklärte die Ministerin. Außerdem erhöhten die Zertifikate die Transparenz des sehr breiten und oft unübersichtlichen Behandlungsangebotes in Bayern und der Bundesre-publik.
Klinikchef Beckmann betonte, dass im Universitäts-Brustzentrum eine "ganzheitliche Behand-lung" angestrebt werde. Über die optimale medizinische Versorgung hinaus gehe es darum, die Lebensqualität der Patientinnen möglichst hoch zu halten und bei intensiven Gesprächen gemeinsam mit ihnen und den Angehörigen ein individuelles Behandlungskonzept zu erarbei-ten. Dazu gehöre auch eine spezielle psychologische Betreuung, gezielte Beratung in sozialen Fragen und eventuell sogar Unterstützung bei kosmetischen Problemen.
Neue Erkenntnisse sofort in die Therapie einbringen
Besondere Bedeutung misst Beckmann der Anbindung des Brustzentrums an die Friedrich-Alexander Universität und das Universitätsklinikum bei: "Durch den unmittelbaren Kontakt zur Forschung ist es möglich, neue Erkenntnisse sofort in die Diagnose und Therapie einzubrin-gen." Dies gelte nicht nur für die Gynäkologie, sondern für auch alle anderen kooperierenden Fachgebiete.
In der Frauenklinik wurden in den vergangenen Jahren verschiedene neue, professionelle Strukturen für die Forschung etabliert. So ermöglicht eine eigene Studienzentrale die Teil-nahme der Klinik an hochrangigen Untersuchungen zu modernsten Behandlungsverfahren. Ein Labor für molekulare Medizin mit zwei in Vollzeit tätigen Naturwissenschaftlern unterstützt die klinisch basierte Grundlagenforschung, auf die viele Hoffnungen gesetzt werden.
Weitere Informationen
Dr. Wolfgang Frobenius
Telefon: 09131 / 85-36191
Email: wolfgang.frobenius@gyn.imed.uni-erlangen.de
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