Immer gesund leben
Präventionsmaßnahmen gegen Brustkrebs
Erlanger Nachrichten, Sa. 22.01.2005, Rubrik: Stadt Erlangen - GesundheitsTipp
Die Diagnose »Brustkrebs« ist für jede Frau ein tief greifender Lebenseinschnitt. Umso wichtiger ist es, das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, durch eine gesunde Lebensführung deutlich zu senken.
In der Wissenschaft geht man davon aus, dass die Lebensumstände rund 50 bis 75 Prozent des Krebsrisikos ausmachen. Demgegenüber spielen ererbte genetische Faktoren nur eine untergeordnete Rolle. In internationalen Studien konnte die Bedeutung folgender Grundsätze nachgewiesen werden:
1. Übergewicht und körperliche Trägheit erhöhen das Brustkrebsrisiko. Das gilt besonders für Frauen, in deren Familien Krebs bereits vorgekommen ist. Umgekehrt gilt, dass Sport - vor allem Ausdauertraining und sportliche Gymnastik - das Krebsrisiko deutlich senkt.
2. Alkohol ist ein weiterer Risikofaktor - insbesondere für füllige Frauen. Ein regelmäßiger Alkoholkonsum von über 20 bis 30 Gramm pro Tag - das ist etwa ein Liter Bier - reicht aus, um das Brustkrebsrisiko deutlich zu erhöhen.
3. Wer viel Obst und vor allem Gemüse isst, vermindert sein Krebsrisiko. Ähnliches gilt auch für den Genuss von fettarmer Magermilch und deren Molkereiprodukte. Es wird empfohlen, fünf Mal täglich Obst oder Gemüse zu essen und einmal Milch zu trinken. Rotes Fleisch, Butter, Weißbrot, Mehlspeisen und Süßigkeiten sollten nur wenig gegessen werden. Für fette Speisen gilt: möglichst meiden!
4. Das Rauchen, auch passives Mitrauchen sowie umweltbelastende industrielle Schwebestoffe, fördert die Entstehung von Brustkrebs. Außerdem haben Raucherinnen mit Mammakarzinom weniger gute Heilungschancen.
Fazit: Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung ließen sich durch die empfohlene Ernährungs- und Lebensweise von den in Deutschland jährlich 47 800 Neuerkrankten schätzungsweise 23 bis 31 Prozent vermeiden. Daher mein Appell: Achten Sie auf Ihr Gewicht, ernähren Sie sich gesund, rauchen Sie nicht und treiben Sie regelmäßig Sport.
Zusammen mit der jährlichen Brustuntersuchung beim Frauenarzt und der Mammographie ab dem 50. Lebensjahr ist dieses die beste Vorsorge, um Brustkrebs möglichst zu vermeiden oder früh zu erkennen.
(i) Weitere Informationen: Prof. Dr. Matthias Beckmann, Direktor der Frauenklinik des Universitätsklinikums und Sprecher des Universitäts-Brustzentrums Franken, Universitätsstraße 21-23, 91054 Erlangen, Telefon: 0 91 31/8 53 35 53, www.frauenklinik.uk-erlangen.de