Das Ärzteteam der Frauenklinik um Prof. Dr. M. W. Beckmann im Jahr 2010
Die Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen ist eine der großen akademischen Kliniken Deutschlands. Sie erfüllt die Aufgaben einer lokalen Versorgungsklinik und gleichzeitig durch Spezialisation und Schwerpunktbildung in verschiedenen Bereichen die einer Universitätsfrauenklinik. Im Jahr 2003 wurde das 175-jährige Jubiläum als Universitätsfrauenklinik begangen.
Das Ärzteteam der Frauenklinik um Prof. Dr. M. W. Beckmann im Jahr 2010
An der Frauenklinik wird das gesamte Gebiet der Frauenheilkunde mit den in der Weiterbildung festgelegten Schwerpunkten Gynäkologische Onkologie, Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin, sowie Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin vertreten. Sowohl im Gebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe, wie auch den Schwerpunkten erfolgt die Weiterbildung. Darüber hinausgehend sind Spezialambulanzen, wie zum Beispiel für Patientinnen mit Endometriose, Myomen, genitalen Fehlbildungen und chronischen Unterbauchschmerzen, für Kinder- und Jugendgynäkologie, für Transsexualität oder für Pränataldiagnostik beziehungsweise Inkontinenz und Beckenbodenschwäche etabliert. Der für die hoch qualifizierte Versorgung von Ratsuchenden und Patientinnen in vielen Bereichen notwendige interdisziplinäre Ansatz, das heißt, das Zusammenspiel von Experten verschiedener Fachgebiete wird in der Versorgungsstruktur von zertifizierten oder akkreditierten interdisziplinären Zentren umgesetzt. Hierzu gehören das Universitäts-Brustzentrum Franken (UBF), das Universitäts-Perinatalzentrum Franken (UPF), das Universitäts-Fortpflanzungszentrum Franken (UFF), das Gynäkologische Universitäts-Krebszentrum Franken (GKF) und das Universitäts-Endometriosezentrum Franken (UEF). Durch die Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen wird die bestmögliche Betreuung in Problemsituationen in den verschiedenen Krankheitssituationen ermöglicht. Diese Zentren haben sich alle externen Zertifizierungs- beziehungsweise Akkreditierungsmaßnahmen unterworfen und lassen ihre Behandlungsqualität jährlich überprüfen.
Qualität auf höchstem medizinischen Niveau
Verschiedenste Organisationen haben die Qualität der Versorgungsstrukturen und insbesondere auch der Behandlung auf höchstem medizinischem Niveau überprüft und als hoch qualifiziert bewertet. Im Jahr 2002 wurde die Klinik vom European Board and College of Obstetrics and Gynaecology (EBCOG) als Europäische Ausbildungsklinik für Frauenheilkunde zertifiziert. Somit ist der Erwerb des Europäischen Facharztes möglich.
Universitäts-Brust(Krebs)Zentrum Franken (UBF)
Im Jahr 2004 wurde das Universitäts-Brust(Krebs)Zentrum Franken (UBF) durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS) sowie die TÜV-GmbH zertifiziert. Aufbauend auf dieser Zertifizierung wurde im September 2005 die Frauenklinik als Gesamteinheit und die zusätzlichen integrierten Zentren erfolgreich zertifiziert. Seit November 2004 ist das Universitäts-Brustzentrum Franken (UBF) Kooperationspartner im Disease Management Programm (DMP) zu Brustkrebs und hier als erste zertifizierte Klinik Bayerns ausgezeichnet worden. Hierauf aufbauend wurde das UBF von der European Society of Mastology (EUSOMA) 2006 als europäisches Brustzentrum zusätzlich akkreditiert. Die hohe Qualität der Behandlungen wird durch die jährlichen Re-Zertifizierungen, beziehungsweise durch die Darstellung der Ergebnisse in Qualitätsberichten durch Auditoren, beziehungsweise die Bayerische Arbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung (BAQ) überprüft.
Gynäkologische Universitäts-Krebszentrum Franken (GKF)
Für die Behandlung von Patientinnen mit Genitalkrebs (Schamlippenkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Gebärmutterkörperkrebs, Eierstockkrebs et cetera) wurde im Jahr 2008 das Gynäkologische Universitäts-Krebszentrum Franken (GKF) als eines der ersten von zehn Zentren deutschlandweit zertifiziert. Bereits im Oktober 2005 war die Anerkennung
durch die European Society of Gynaecological Oncology (ESGO) als europäische Ausbildungsklinik und als hoch spezialisiertes Zentrum für die Behandlung von Frauen mit Genitalkrebs bestätigt worden.
Universitäts-Perinatalzentrum Franken (UPF)
Das Universitäts-Perinatalzentrum Franken (UPF) ist mit seinen interdisziplinären Strukturen durch den Beschluss des gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) als Zentrum der höchsten Versorgungsstufe benannt worden. Dieses stuft auf der hoch qualifizierten interdisziplinären Betreuung von Frauen mit komplizierten Schwangerschaften beziehungsweise Kindern mit erworbenen beziehungsweise angeborenen Störungen. Es erfolgt die jährliche Darstellung der Ergebnisse im Rahmen des Qualitätsberichtes der Bayerischen Arbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung (BAQ).
Universitäts-Fortpflanzungszentrum Franken (UFF)
Das Universitäts-Fortpflanzungszentrum Franken (UFF) führt die Strukturen zusammen, die derzeit in der Versorgung von Ehepartnern mit reproduktionsmedizinischen Problemsituationen notwendig sind. Herausragende wissenschaftliche und klinische Ergebnisse wie Geburt des ersten IVF Babys oder die erste erfolgreiche Re-Transplantation von Eierstockgewebe bei einer Karzinom-Patientin in Deutschland, zeigen den hohen Stellenwert dieses Zentrums.
Endometriosezentrum
Das erst im Jahr 2008 erstmalig von der Stiftung Endometrioseforschung (SEF) zertifizierte Zentrum der Versorgungsstufe III garantiert, dass die Behandlung der Frauen mit dem häufig unterschätzten Krankheitsbild Endometriose voll umfassend dargestellt wird. Durch die Zertifizierung ist die hohe Kompetenz, sowohl was die Strukturen aber insbesondere auch die Qualität der Behandlung der Patientin mit Endometriose umfasst, belegt worden. Das Zentrum ist das Einzige in Bayern, welches derzeit diesen Zertifizierungsstatus hat.
Zertifizierungen
Die Frauenklinik ist somit eine der ganz wenigen Kliniken in Deutschland, die über das gesamte nationale und internationale Spektrum von Zertifizierungen und damit nachgewiesenen Qualitätseinheiten verfügt, die das Fach Frauenheilkunde und Geburtshilfe umfasst. Der Zertifizierungsaufwand ist für alle Beteiligten hoch. Die Patientinnen profitieren aber nachdrücklich von den etablierten Strukturen und der hohen Qualität der Versorgung. Zertifizierungen sind somit ein wesentliches unterstützendes Moment für eine Umsetzung von hohen Qualitätsansprüchen für sich anvertrauende, ratsuchende Patientinnen.
Medizinische Versorgung in modernen Räumlichkeiten
Nach umfassenden Umbau- und Renovierungsmaßnahmen ist eine medizinische Versorgung in ansprechenden modernen Räumlichkeiten gewährleistet. Nach Renovierung und Bezug der Räume der Abteilung für gynäkologischen Radiologie, der allgemeinen Ambulanz, der Tumorambulanz und der Ultraschallambulanz sind im Jahr 2004 die neu renovierten Stationen A und B für die Versorgung von Patientinnen mit Operationen bezogen worden. Diese Stationen verfügen über Ein-, Zwei- und Drei-Bett-Zimmer, die jeweils mit Fernsehen, Telefon, Nasszelle et cetera ausgestattet sind. Die Stationen für die onkologische Patientinnen (Station D und onkologische Tagesstation, DT) ist im Mai 2005, beziehungsweise Mai 2006
nach entsprechender Renovierung bei gleicher Ausstattung bezogen worden. Im Juni 2005 wurde der Ergänzungsbau Geburtshilfe bezogen, die Einweihung und Segnung erfolgte am 29. September 2005. Aktuell stehen den Patientinnen 95 stationäre Betten, 5 ambulante Betten sowie 16 onkologische Tagesklinikplätze in komplett renovierten Räumen zur Verfügung. Im Oktober 2008 wurden nach entsprechenden Umbaumaßnahmen die neuen Räumlichkeiten des Brustzentrums eingeweiht. Als Assessmentcenter für das Mammographie-Screening Mittelfranken Land und Mittelfranken Stadt sind entsprechende zusätzliche Räumlichkeiten notwendig gewesen. Diese konnte durch angepasste Umbaumaßnahmen realisiert werden, so dass für Patientinnen für die Versorgung von Brust- und Genitalkrebs jetzt komplett neue Räumlichkeiten, sowohl für die Spezialambulanz der Brusterkrankungen, das Mammographie-Screening als auch die Gynäkologische Radiologie zur Verfügung stehen. Darüber hinaus ist im Mai 2009 die präoperative Ambulanz in Betrieb genommen worden, die zusammen mit der zentralen Koordination ebenfalls dem neuesten Stand angepasst ist.
Leistungszahlen
Im Jahr 2010 wurden folgende Leistungszahlen bearbeitet: 7384 stationäre (DRG) Patientinnen, 1213 teilstationäre und 24.382 ambulante Patientinnen (45495 Besuche) in den unterschiedlichen Funktionsbereichen und Stationen medizinisch versorgt. Dieses schloss 2168 Geburten sowie 4.456 stationäre beziehungsweise ambulante Operationen mit ein.
Medizinische Forschung
Die medizinische Versorgung auf höchstem Niveau wird unterstützt durch die direkte Übertragung von Erkenntnissen aus aktuellen Forschungsergebnissen (Translationale Forschung). Nur durch begleitende wissenschaftliche Untersuchungen sowohl klinische, als auch aus dem Labor, ist es möglich, kontinuierlich aktuellste diagnostische und therapeutische Optionen anzubieten. Um dieses zu gewährleisten, sind an der Frauenklinik neue Strukturen etabliert worden. Im Frühjahr 2003 wurde das Labor für Molekulare Medizin (S2-Labor) und das Hormonlabor und das Labor für Reproduktionsbiologie bezogen. Unterstützt durch zwei Molekulargenetiker und einen Biologen werden verschieden wissenschaftliche Fragestellungen aus den Schwerpunkten und Spezialambulanzen bearbeitet. Zur Durchführung von klinischen Studien ist das Institut für Frauengesundheit (IFG®) GmbH gegründet worden. Mit einer professionellen personellen Struktur, die unter anderen Dokumentationsassistentinnen, Study Nurses et cetera umfasst, ist die Studienzentrale sowohl als Leitung von klinischen Studien, als auch an nationalen und internationalen klinischen Studien beteiligt. Hierdurch haben die betreuten Patientinnen zum Beispiel in der Behandlung von Brustkrebs und den Genitalkrebsarten, wie auch für gutartige Erkrankungen, wie Endometriose, Myomen oder Inkontinenz die Möglichkeiten, zu einem sehr frühen Zeitpunkt auf innovative Therapieansätze zuzugreifen. Bis 2006 haben sich mehr als 1.000 Patientinnen an den durchgeführten Studien beteiligt.
Lehre
Mit Änderung der Approbationsordnung im Jahr 2003 ist die Frauenklinik noch intensiver in die Lehre für Studentinnen und Studenten eingebunden. Neue Unterrichtsformen, Erweiterung des praktischen Unterrichts, zusätzliche Klausuren sind integriert worden um eine praxisnahe Ausbildung zu garantieren. Mit der Bildung des neuen Funktionsbereiches Lehre wurde den neuen Strukturen Rechnung getragen.
Für Details zu einzelnen Krankheitsbildern, Schwerpunkten oder Funktionsbereichen klicken Sie bitte auf die entsprechenden Begriffe.
letzte Aktualisierung: 19.04.2011