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Frauenklinik

Direktor:
Prof. Dr. med. Matthias W. Beckmann
Perinatalzentrum, Frauenklinik

Intrauterine Lasertherapie bei Feto-Fetalem Transfusionssyndrom an der Frauenklinik Erlangen

Der Anteil der Mehrlingsgeburten in Deutschland ist in den vergangenen 20 Jahren deutlich gestiegen. Mittlerweile ist jedes 29. Neugeborene ein Mehrlingskind (1991 lediglich jedes 42.). Insgesamt gab es im Jahr 2014 in Deutschland über 12.000 Zwillingsgeburten. Bei etwa 20 % aller Zwillinge bestehen monochroniale Plazentaverhältnisse. Insbesondere diese monochorialen Zwillingsschwangerschaften zeigen hierbei häufig ein breites Spektrum an möglichen Komplikationen und sollten daher speziell und engmaschig überwacht werden. Zu den spezifischen Risiken der Monochorialität zählen:

  • Das Feto-Fetale-Transfusionssyndrom (FFTS) (ca. 10 % aller MC-Gemini)
  • Die selektive Wachstumsrestriktion (sIUGR) (ca. 15 % aller MC-Gemini)
  • Die Twin-Anämie-Polyzythämie-Sequenz (TAPS) (ca. 5 - 10 % aller MC-Gemini)
  • Die Twin-reverse-arterial-Perfusion (TRAP) (ca. 1 % aller MC-Gemini)

Insbesondere das FFTS geht ohne entsprechende Therapie mit sehr hohen Mortalitätsraten (80 - 90 %) einher. Die einzige kausale Therapie, mittlerweile durch zahlreiche prospektiv-randomisierte Studien gesichert, ist hierbei die intrauterine Laserkoagulation der plazentaren Anastomosen. Diese ist ab der ca. 16+0. SSW technisch durchführbar. Dabei wird mittels eines Trokars eine Miniaturoptik in die Fruchthöhle des Akzeptors eingeführt und über diese die plazentaren Anastomosen dargestellt und über eine zusätzlich eingebrachte dünne Laserfaser koaguliert.

Dieser technisch komplizierte Eingriff wird nun auch an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen durchgeführt. Die hierfür nötige Expertise wurde von Oberarzt Priv.-Doz. Dr. Faschingbauer in einer halbjährigen Gastarzttätigkeit am Fetal Medicine Centre London unter der Leitung von Prof. Kypros Nicolaides erworben. In dieser Zeit konnte Herr Faschingbauer über 50 Lasereingriffe begleiten und teilweise selber durchführen.

Im Anschluss konnte Herr Faschingbauer zusammen mit Oberarzt Priv.-Doz. Dr. Kehl erfolgreich das Zertifikat für "Fetoskopische Laserchirurgie" an der Universität Leiden erwerben.

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